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Die Schule in Lenzkirch erhalten

In Sachen Gemeinschaftsschule soll die Region nicht länger ein weißer Fleck bleiben. In Lenzkirch ist zu Beginn des Schuljahrs 2019/20 der Start einer Gemeinschaftsschule in privater Trägerschaft geplant.

Private Initiatoren stellen die Weichen für eine Gemeinschaftsschule Hochschwarzwald. Die Vorbereitungen laufen und im März wird die Genehmigung für die weiterführende Schule in Lenzkirch beantragt. Dem Gemeinderat und knapp drei Dutzend Eltern stellten Daniela Priebe und Martin Wider das Konzept vor, für das es Beifall gab.

Der Gemeinderat Lenzkirch wird am 13. Dezember darüber beschließen, ob die wohl letzte Chance ergriffen wird, in Lenzkirch eine weiterführende Schule mit einem in der Region einzigartigen pädagogischen Konzept und passenden Räumen zu erhalten. "Das Schulangebot gehört zur Infrastruktur eines Standorts. Wir haben jetzt die große Chance eine weiterführende Schule zu etablieren", erklärte Bürgermeister Andreas Graf und begrüßte die Initiatoren Daniela Priebe und Martin Wider sowie eine vielköpfige Delegation der privaten Weiherbachschule aus Mühlingen.

Bedeutung für die Region
Mit 21 Schülern soll ins Schuljahr 2019/20 gestartet werden. Spätere Klassen werden mit maximal 28 Schülern geführt. Die private Gemeinschaftsschule steigert die Attraktivität des ländlichen Raums, sind sich Priebe und Wider sicher. Sie sorgt für qualifizierten Nachwuchs in der Region, kann kulturelle und politische Strukturen fördern und stärkte die Verbundenheit von Kindern und Jugendlichen mit der Region, wenn die Kinder im Ort in die Schule gehen können.

Was Gemeinschaftsschule bietet
Ein längeres gemeinsames Lernen auf Haupt- und Realschulniveau und keine Trennung der Kinder nach Klasse vier. Die Klassen fünf bis zehn werden einzügig geführt. An drei Tagen in der Woche ist Ganztagsschule und an zwei Tagen werden nachmittags Arbeitsgemeinschaften angeboten, so dass die Kinder verlässlich jeden Tag um die gleiche Zeit zur Schule gehen und wieder nach Hause kommen. Unterrichten werden Lehrer aller Schularten. Französisch gibt es ab Klasse sechs. Es werden Wahlpflichtfächer und Profilfächer geführt. Es gibt Bildungspartnerschaften und Kooperationen sowie eine Berufsorientierung.

Merkmale der privaten Schule
Der private Träger der Gemeinschaftsschule kann seine Lehrkräfte frei auswählen. "Und wenn es nicht passt, sich auch mal von einer Lehrkraft trennen", erklärt Martin Wider. Ein Lehrer und eine Assistenzkraft sind in jeder Unterrichtsstunde in der Klasse. Es gibt keinen Unterrichtsausfall. Wichtig ist den Initiatoren eine zeitgemäße digitale Bildung der Kinder, die weit über das Bedienenkönnen eines Tablets hinaus geht. Jedes Kind hat im Klassenzimmer seinen eigenen persönlichen Arbeitsplatz. Am Ende des Schultages bleiben alle Arbeitsmaterialien in der Schule. Das Schleppen von schweren Schulranzen entfällt. Gefördert werden die MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Natur und Technik. Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, ist Schulkleidung zu tragen. Dies gilt ebenso für Lehrer, Rektor(in). Für die Schulkleidung gibt es aber verschiedene Varianten zur täglichen Auswahl.

Die Kosten der Schule
Bei der Kostenkalkulation haben Priebe und Wider den Finanzplan der Weiherbachschule in Mühlingen, die im dritten Betriebsjahr ist, übernommen. Demnach wäre ohne Zuschüsse der Gemeinde ein Kapitalbedarf der ersten drei Betriebsjahre von etwa 800 000 Euro zu erwirtschaften. Die Initiatoren rechnen für die ersten drei Jahre mit einem Kapitalbedarf von 900 000 Euro bei Schülerzahlen im ersten Jahr mit 21, 43 im zweiten und im dritten Jahr mit 73 Schülern. Ab dem vierten Jahr werden 80 Prozent der Schulkosten vom Staat übernommen und mit vier Klassen und 109 Schülern wird Kostendeckung angestrebt. Das von den Eltern zu bezahlende Schulgeld soll etwa 100 Euro im Monat betragen. Geschwisterermäßigung wird gewährt und über einen Sozialfond kann der Schulbesuch auch finanzschwachen Familien ermöglicht werden.

Namensgeber der Schule
Martin Wider hat er bei der Namenssuche nach Persönlichkeiten geforscht und ist dabei schnell auf den Namen Franz Josef Faller (1820-1887) aus Lenzkirch gestoßen. Faller sei an einer Pestalozzischule in der Schweiz gut ausgebildet worden, gab sich weltoffen und behielt die Zukunft der Region Hochschwarzwald stets im Blick. Als Abgeordneter im badischen Landtag setzte er sich für die Region und die Demokratie ein. Er zählte zu denen, die den Großherzog überzeugten, die Höllentalbahn zu bauen.

Das weitere Vorgehen
Bis Februar 2019 müssen noch einige Dinge vollendet werden, damit zum März die Schulgenehmigung beantragt werden kann. So arbeitet die frühere Rektorin der Sommerberg-Schule, Barbara Schrade, federführend an der Ausarbeitung des Pädagogischen Konzepts und des Raumkonzepts mit. Für die Privatschule muss vorher noch ein Trägerverein gegründet werden. Steuerexperten und Juristen erarbeiten derzeit am Konstrukt. Danach geht es an die Informationsveranstaltungen für die Eltern und für die Lehrer an den Grundschulen in der Region, damit der Schulstart im September 2019 gelingt.

Blick nach Mühlingen
"Unsere Schule bleibt im Dorf", sagte man sich in Mühlingen nach der zweiten Absage für eine staatliche Gemeinschaftsschule und es gründeten sich "die Galierinnen" als Wegbereiterinnen für eine private Gemeinschaftschule. Sie ist das Vorbild für Lenzkirch und vieles kann übernommen werden. Wirtschaftsingenieurin Petra Kieble erklärte die Kriterien der Schülerauswahl dort. Grundsätzlich gibt es kein Recht auf Aufnahme. Kinder aus Mühlingen und den Ortsteilen erhalten Vorzug. Bevorzugt werden auch Kinder, deren Geschwister bereits auf der Schule sind. Pro Klasse wird ein Inklusionskind aufgenommen. Nicht ursächlich sind Schulempfehlungen. Es gibt ein einstündiges Aufnahmegespräch. Eine Aufnahmekommission entscheidet über die neuen Schüler und die fünf letzten Plätze werden verlost. Und es besteht Schulpflicht. Helga Futterknecht sagte etwas zu Spenden. Wenn die Schule laufe, kämen auch große Firmen und Stiftungen und informierten sich. 50 000 Euro hält sie für einen realistischen Ansatz, aber eben nicht im ersten Jahr.

Fragen der Gemeinderäte
Bürgermeister Andreas Graf gab bekannt, dass sowohl Feldberg als auch Schluchsee die private Gemeinschaftsschule unterstützen wollen, weil sie eine Bereicherung sei. Offen sei noch die Höhe der Zuschüsse. In Arbeitsgruppen werde derzeit über das Raumkonzept mit der Sommerberg-Schule gesprochen und über den Bedarf der Grundschule in den nächsten Jahren geredet. Lösungen zeichnen sich ab. Nach Lehrkräften fragte Roland Berr. Priebe sagte, dass man in Gesprächen mit einem Gymnasiallehrer, mit einem Grund- und Hauptschullehrer sowie einer Werkrealschullehrerin stehe. Harald Zimmermann wollte wissen, ob Frontalunterricht oder Lernen am Lernplatz vorgesehen sei. Angestrebt werde eine Mischform im Klassenzimmer, in dem jeder Schüler seinen Arbeitsplatz hat und dem Lernraum. Die frühere Rektorin Barbara Schrade betonte, der Klassenverband bleibe erhalten und es gebe weiter feste Bezugspersonen für die Schüler. Der neue Bildungsplan des Landes werde man erfüllen und umsetzen. So werde den Eltern die Verlässlichkeit garantiert, dass Schüler jederzeit wieder auf andere Schulen wechseln können.

Fragen der Eltern
Die 30 Besucher durften sich am Ende zu Wort melden. Eine Mutter fragte, ob im Sommer auch Sechstklässler aufgenommen werden und mit einer Kombiklasse 5/6 gestartet werden könne, was zugesagt wurde. Ein als Softwareentwickler bei Testo arbeitender Vater hakte beim digitalen Konzept nach und war zufrieden, als er hörte, dass die Schüler das Programmieren wie eine Fremdsprache erlernen und das Smartphone als Werkzeug begreifen werden. "Dann kommt mein Sohn", sagte er. Eine aus Saig stammende Mutter aus Stegen und sprach von einer genialen Idee. Es werde eine Konkurrenz zu staatlichen Schulen und eine motivierte Privatschule könne mehr als eine staatliche Schule leisten. Und "es gibt kein größeres Geschenk, als wenn die Kinder in Ort zur Schule gehen können", schloss sie. Andreas Schurt sagte, er hoffe, dass er seinen Sohn, der aktuell die vierte Klasse besucht, im Sommer für die Gemeinschaftsschule in Lenzkirch anmelden könne.

Das Schlusswort sprach Bürgermeister Andreas Graf. Drei Anmeldungen sind bereits mündlich zugesagt, freute er sich und in zwei Wochen könne der Gemeinderat einen ersten Schritt machen. Zwar müsse die Gemeinde einen großen Betrag stemmen, aber das sei machbar. Bei einem Haushalt von 15 Millionen Euro müsse eine kleine Summe für schulische Bildung drin sein.

ZITAT DES TAGES

"Wird auch Titisee-Neustadt gefragt und werden von dort Schüler aufgenommen ?"
Gemeinderat Werner Grüninger

"Es wird eine Schule für die Kinder aus dem ganzen Hochschwarzwald. Vielleicht kann Titisee-Neustadt dann mal einen Schulcontainer weniger aufstellen."
Martin Wider

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